
Ein Bowdenzug ist ein gewickeltes Stahlseil oder eine Drahtseele in einem druckfesten, oft mit Teflon ausgekleideten Mantel, das eine mechanische Verbindung zu einer wichtigen Funktion bereitstellt.
Der Zug überträgt die auf Hand- oder Fußbedienelemente ausgeübte Kraft wie Bremse, Kupplung oder Gasgriff auf die entsprechenden Teile des Motorrads und steuert damit Geschwindigkeit, Beschleunigung und Bremsung.
Bei Motorrädern werden Bowdenzüge eingesetzt für Gas (nicht Ride-by-Wire), Kupplung (nicht hydraulische Kupplungen) und Bremsen (nur Trommelbremsen) sowie vereinzelt für einfache Funktionen wie Choke oder Sitzbankverriegelung.
Ein Bowdenzug besteht aus einem flexiblen Innenkabel, das in einem äußeren Schutzmantel läuft. Hochwertige Bowdenzüge bestehen aus widerstandsfähigen Materialien wie Edelstahl oder beschichtetem Stahl für das Innenkabel und Teflon, flexiblem Kunststoff oder Gummi für das äußere Schutzrohr. Dies gewährleistet Langlebigkeit und minimiert Verschleiß.
Woran erkennst du einen guten Bowdenzug?
Einen hochwertigen Bowdenzug erkennst du an folgenden Attributen:
- Seele aus Edelstahl: Rostet nicht und bleibt dauerhaft leichtgängig.
- Teflon-Inliner (PTFE): Garantiert minimalen Reibungswiderstand ohne Wartungsaufwand.
- Druckfeste Hülle: Verhindert, dass sich die Hülle beim Bremsen oder Kuppeln zusammenstaucht (besseres Feedback am Hebel).
- Passgenaue Nippel: Sauber verpresste oder vergossene Nippel ohne scharfe Kanten.
Einstellung & Wartung
Die richtige Einstellung der Bowdenzüge ist entscheidend. Zu viel Spiel kann zu verzögerten Reaktionen führen, während zu wenig Spiel die jeweilige Komponente dauerhaft belasten kann. Im Falle des Gaszugs kann fehlendes Spiel beim Einschlagen des Lenkers gar zur ungewollten Gasannahme führen. Fahrzeughandbücher geben genaue Anweisungen zur korrekten Einstellung.
Bowdenzüge sollten regelmäßig inspiziert und gewartet/geschmiert (Hände weg vom Öl bei Teflon-Zügen!) und bei Defekten ausgetauscht werden, um reibungslose Funktionalität sicherzustellen. Verformungen, Verschleiß, Risse oder Rost (der sich auch im Mantel bilden kann) können die Leistung beeinträchtigen und sollten rechtzeitig in Angriff genommen werden.
Die Teflon-Beschichtung (PTFE)
Moderne Bowdenzüge sind innen oft mit Teflon (PTFE) ausgekleidet. Das sorgt für einen extrem leichten Lauf ohne zusätzliches Fett. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Wer hier mit Kriechöl, WD-40 oder Fett rangeht, riskiert, dass die Teflon-Schicht aufquillt. In der Folge geht Der Zug geht erst recht schwer oder klemmt komplett. Was bei der Kupplung nicht dramatisch sein muss, weil der Zug der Kupplungsfedern kräftiger als die Sperre sein kann. Beim Gaszug arbeiten hingegen spürbar schwächere Federn, so dass bei einer Klemmung selbst der Rückholzug nicht viel hilft.
Die Lösung: Entweder gar nicht schmieren oder ausschließlich spezielle Bowdenzug-Sprays auf Trockenschmierstoff-Basis (Teflon-Spray) verwenden.
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Pannenhilfe
Wenn ein Zug unterwegs reißt, kann man sich mit einem Satz Schraubnippel und einen Universal-Seilzug provisorisch nach Hause bringen. Sie ersetzen keinen neuen Zug dauerhaft, sollten aber die Rückfahrt ermöglichen.
Schrauber-Trick: Hast du keinen Ersatzzug dabei und gibt der alte noch genug her, ihn an sich weiterzuverwenden, versuche die aufgedröselten Enden des defekten Zugs so weit mit Sekundenkleber zu vereinen, dass du den Schraubnippel aufstecken kannst. Sei aber vorsichtig, die Enden sind biestig und neigen dazu, in alles reinzustechen, was ihnen zu nahe kommt.
Ein Bowdenzug reißt in der Regel nie ohne Vorwarnung.
Wenn du merkst, dass die Kupplung ruckelig kommt oder du beim Ziehen ein feines Knistern im Hebel spürst, ist Vorsicht geboten. Meistens haben sich am Nippel oder in der äußeren Hülle schon die ersten Stahldrähte verabschiedet und sägen nun am Rest.
Tausche den Zug zügig aus – den Gaszug besser sofort!

FAQ
In der Regel sollte das Spiel am Gasgriff etwa 2 bis 3 mm betragen. Wichtig: Prüfe das Spiel bei voll eingeschlagenem Lenker in beide Richtungen. Der Motor darf dabei seine Drehzahl nicht erhöhen.
Die häufigsten Ursachen sind ein defekter, verschmutzter oder verrosteter Bowdenzug, eine falsche Verlegung (zu enge Radien) oder eine aufgequollene Teflon-Beschichtung durch falsches Schmiermittel. Auch abgenutzte Hebelmechaniken können die Reibung erhöhen.
Nein, herkömmliche Öle und Fette lassen die Teflon-Inliner aufquellen, wodurch der Zug klemmt. Wenn überhaupt, darf nur spezielles Trockenschmierspray auf PTFE-Basis verwendet werden.
Das ist ein Sicherheitsrisiko! Prüfe, ob das Lenkerendgewicht am Griff klemmt, der Bowdenzug geknickt ist oder ob Schmutz unter der Gasgriffhülse sitzt. Reinige die Hülse und den Lenker und prüfe die Freigängigkeit der Züge.



