Hautpuntersuchung BAM

Als Hauptuntersuchung Motorrad wird die turnusmäßig alle zwei Jahre stattfindende technische Überprüfung des Zweirads bezeichnet, ausgeführt durch TÜV, Dekra oder einer anderen zugelassenen Prüfstelle. Bei dieser gebührenpflichtigen Prüfung wird das Bike hinsichtlich Verkehrssicherheit und gesetzeskonforme Ausrüstung in Augenschein genommen.

Der Ablauf der gesamten Aktion umfasst in in aller Regel die folgenden Schritte:

1) Terminvereinbarung: Du vereinbarst einen Termin für die Hauptuntersuchung bei TÜV, DEKRA oder eine andere befugte Prüfstelle. Dies kann online oder telefonisch erfolgen. Bei einigen Zweigstellen, die erfahrungsgemäß eher weniger Publikumsverkehr haben, kannst du auch ohne Termin vorfahren.

2) Vorbereitung: Bevor du zum Termin fährst, solltest du sicherstellen, dass sich dein Motorrad in einem verkehrssicheren Zustand befindet. Die meisten Punkte kannst du dabei selbst erledigen, so die Überprüfung der Beleuchtung (Funktion), Bremsen (Funktion und Zustand), Reifen (Zustand), Lenkung (Funktion), Motor (Dichtigkeit) und Abgasanlage (Funktion und Auspufflautstärke).

3) Fahrzeugübergabe/Prüfung: Du bringst dein Motorrad zum vereinbarten Termin zur Prüfstelle. Ein (in der Regel) geschulter Prüfingenieur wird dein Motorrad einer gründlichen Untersuchung unterziehen:

  • Überprüfung der Beleuchtungseinrichtungen: Scheinwerfer, Rücklichter, Blinker, Bremslichter usw.
  • Kontrolle der Bremsen: Funktion und Verschleiß der Bremsbeläge und -scheiben.
  • Reifenprüfung: Profiltiefe, Zustand der Reifen, korrekter Reifendruck.
  • Rahmen und Fahrwerk: Überprüfung auf Risse, Verformungen oder sonstige Schäden.
  • Lenkung: Funktionstüchtigkeit und Spiel der Lenkung.
  • Motor und Antrieb: Überprüfung auf sichtbaren Öl- und Kühlflüssigkeitsaustritt, Funktionstüchtigkeit des Antriebs.
  • Die Überprüfung der Abgaswerte, um die Umweltverträglichkeit sicherzustellen (Abgasuntersuchung (AU), bei Motorrädern eigentlich AUK (Abgasuntersuchung Krafträder) genannt) gilt für Bikes ab Baujahr 1989, falls sie mehr als 50 cm3 Hubraum aufweisen und schneller als 45 km/h sind. Seit 2010 ist die AU Bestandteil der Hauptuntersuchung, muss allerdings nicht notwendigerweise vor Ort erledigt werden. Zugelassene Werkstätten und freie Prüfer sind ebenfalls abnahmeberechtigt, sofern sie über die vorgeschriebene technische Ausstattung verfügen.

4) Dokumentation: Der Prüfingenieur wird die Ergebnisse der Untersuchung festhalten und dir gegebenenfalls eine Liste von Mängeln oder Defekten geben, die behoben werden müssen, damit dein Motorrad die HU besteht.

4a) Nachbesserung: Falls Mängel festgestellt wurden, musst du diese Mängel beheben lassen und eventuell fehlende Teile austauschen oder reparieren.

4b) Wiederholung der Prüfung: Sobald du die notwendigen Reparaturen durchgeführt hast, kehrst du zur erneuten Untersuchung zurück. Der Prüfingenieur wird die Reparaturen überprüfen und sicherstellen, dass das Motorrad nun den Standards entspricht.

5) Dokumentation und Plakette: Wenn das Motorrad alle Anforderungen erfüllt, wird der Prüfingenieur eine Plakette ausstellen, die anzeigt, dass das Motorrad die Hauptuntersuchung erfolgreich bestanden hat. Die Plakette enthält Informationen wie das Prüfdatum und das Fälligkeitsdatum für die nächste HU.