Sonstige Bikes

Im Verlauf der Jahrzehnte seit Mitte des letzten Jahrhunderts füllte die Sonstige-Bikes-Kategorie alle denkbaren Lücken, die die Modell- und Typenvielfalt offen ließen – oder die sich schlicht nirgends so recht einordnen lassen … 

Pocket Bikes

Ein Motorrad, ganz klar, und auch voll funktionsfähig, allerdings eines, das eine Maximaldimension von 110 cm x 50 cm x 50 cm nicht überschreiten darf und, wie Dirtbikes, nicht für den Straßenverkehr zugelassen ist.

Oft als Nachbildungen existierender Rennmotorräder konzipiert, verfügen Pocket Bikes über kleine Motoren mit bis zu 110 ccm. Bei luft- oder wassergekühlten Zweitaktern ist bei 50 ccm Schluss, bei Modellen mit ölgekühlten Viertaktmotoren können es auch schon mal mehr als 100 ccm sein.

Auslauf erhalten Pocket Bikes global auf nicht-öffentlichen Strecken bei verschiedenen Meisterschaften – oder halt auf privaten Grundstücken.

Stuntbikes

Für den Fall, dass jemand beim Anblick diverser TikTok-Clips Minderwertigkeitsgefühle hinsichtlich seiner Fahrzeugbeherrschung entwickelt: Die meisten dort vorgeführten Tricks werden mithilfe spezieller Stuntbikes in Szene gesetzt. Dies sind zu diesem Zweck umgebaute (oft verunfallte) Serienmotorräder mit leistungsstarken Motoren/Bremsen sowie sehr gut handhabbaren, stabilen Fahrwerken. Typische Anpassungen betreffen die Kettenräder (mehr Zähne), die Lenker (meist Endurolenker), die Bremsen (eine zusätzliche Handbremse für hinten) sowie versetzte hintere Fußrasten. Hinzu kommen Sturzpads, verkürzte Auspuffrohre, modifizierte Sitzpolster, eventuell ein eingedrückter Tank sowie eine Wheelie Bar hinten. Letztere stoppt den Aufrichttrend beim Wheelie, bevor das Bike sich überschlagen kann.

Verschiedenes

Bagger: V2-Tourer aus US-amerikanischer Produktion, der mit dominanten Hartschalenkoffern (Bags) ausgestattet ist. Hinzu kommen Räder mit größerem Durchmesser, ein tiefergelegtes Fahrwerk, ein Soundsystem und knallige Lackierungen. Siehe auch Tourenbikes.

Bosozoku: Herkömmliches japanisches Motorrad mit einer Art Gangsterattitüde. Ausgestattet mit kaiserlicher japanischer Symbolik auf Tank und (falls vorhanden) der Verkleidung, kommen diese Bikes mit einem Sitz mit sehr hoher Rückenlehne, ähnlich einem Ohrensessel, und ultralauten Auspuffen daher.

Brat: Japanische Einzylinder oder US-amerikanische Zweizylinder in schlichten, dunklen Farben und ausgerüstet mit grobstolligen Reifen und gestutzten Kotflügel.

Crosser: Leichtes Geländemotorrad ohne Straßenzulassung. Siehe auch Dirtbikes.

Period-correct: Genreübergreifende Bezeichnung für Nachbauten, die konsequent im Stil einer früheren Epoche gehalten und einzig Teile und Technologien verwendet werden, die zu dieser Zeit verfügbar waren.

Race Replica: Mit den Superbike-Rennen entstand auch der Wunsch, die größeren japanischen Boliden der 70er/80er Jahre so umzugestalten, dass sie sich wie die Rennmaschinen verhielten. Zunächst nur unverkleidet, dann nach und nach auch teil- bis vollverkleidet. Siehe auch Sportbikes.

Restomod: Nackte japanische Superbikes, aufgerüstet mit den teuersten und exklusivsten Rädern, Fahrwerken, Vergasern und Auspuffen, die es gibt . Siehe auch  Sportbikes.

Showbike: Dient nur Ausstellungszwecken.

Super Street Bike (SSB): Für Viertelmeilen-Rennen auf Hochleistung getunte Straßenmaschinen. Siehe auch  Sportbikes.

Stretched: Japanische Superbikes mit gewöhnungsbedürftigen verlängerten Schwingen und dicken Hinterreifen. Siehe auch  Sportbikes.

Supermoto: Sehr hoch gebaute, leichte Motocross-Maschine mit 17 Zoll-Felgen und Rennreifenbestückung. Siehe auch  Dirtbikes.

So ungewöhnlich kann ein Bike überhaupt nicht sein, dass es nicht doch Pflege und Wartung benötigt. Und damit den Überblick darüber, was wann getan wurde – den wiederum, welch‘ Zufall,  gÖrage.nets Servicehefte für Motorräder bieten kann.

Saisoncheck-Serviceheft, Anwärter