Motorradbatterie

Die Motorradbatterie speichert die von Lichtmaschine oder Ladegerät eingespeiste Energie und dient der Bereitstellung des Anlasserstroms (Kaltstartstrom) sowie der Stromversorgung von aktiven elektronischen Komponenten bei abgeschaltetem Motor.

Unter Umständen wird die Batterie auch zur Komplettierung der notwendigen Spannung bei laufendem Motor herangezogen, wenn die Leistung der Lichtmaschine bei niedrigen Drehzahlen nicht ausreicht.

Batterietypen

  • Blei-Säure (Standard): Günstig, aber wartungsintensiv (destilliertes Wasser nachfüllen) und nicht auslaufsicher.
  • AGM (Absorbent Glass Mat): Die Säure ist in Glasfasermatten gebunden. Rüttelfest, wartungsfrei und hohe Startströme.
  • Gel: Die Säure ist eingedickt. Sehr geringe Selbstentladung, perfekt für Wenigfahrer, aber empfindlich gegen hohe Ladespannungen.
  • Lithium (LiFePO4): Extrem leicht, enorme Startkraft, aber Mimose bei Kälte. Unter 0°C bewegt sich in einer Lithium-Batterie kaum ein Ion.

Batteriekapazität

Die Batteriekapazität zeigt das Maximum an, das eine Batterie in Form elektrischer Energie (angegeben als Amperestunden, Ah) speichern kann. So liefert eine 12-Volt-Batterie mit 20 Ah 20 Stunden lang einen Strom von 1 Ah, bzw. 1 Stunde lang 20 Ah. Bei einem Austausch sollte die Kapazität der neuen Batterie gleichauf oder höher als jene der alten sein.

Prüfen einer Motorradbatterie (KI-generiert)
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Wörbung

Der Saisonstart hat nicht mehr als ein müdes Klacken für dich übrig? Bevor du eine neue Batterie kaufst, schau’ ins gÖrage-Schrauberbuch. Es zeigt dir, wie du prüfst, ob die Batterie wirklich tot oder etwas anderes im Busch ist.

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Sulfatierung

Bei Entladung einer Batterie bilden sich Bleisulfat-Kristalle an den Platten. Wird die Batterie nicht sofort wieder geladen (von der Lichtmaschine während der Fahrt, von einem Ladegerät während einer längeren Standzeit), härten die Kristalle aus und sie verliert Kapazität. Das ist der Grund, warum eine tiefentladene Batterie oft Schrott ist.

Eine Gel- oder AGM-Batterie braucht eine höhere Ladespannung (ca. 14,4V bis 14,7V) als eine klassische Nassbatterie, um voll zu werden. Billige Baumarkt-Lader ohne Kennlinie ‘kochen’ die Batterie oft kaputt. Auch Lithium-Akkus können nicht mit jedem Ladegerät. Konsultiere hierzu den Beitrag ‘ Batterieladegeräte‘.

Batteriespannung

Die Batteriespannung wird in Volt (V) angegeben und beträgt bei unbelasteter Batterie und voller Ladung ca. 12,9 bis 13, 2 Volt.

Ladeschlussspannung

Die Ladeschlussspannung ist die maximale Batterie-Ladespannung, die ein Ladegerät oder ein Lichtmaschinenregler zulässt.

Zu hohe Werte (oft bei Lichtmaschinenregler älterer Motorräder) können eine Batterie überladen und zerstören. Zu niedrige Ladespannungen begünstigen die Sulfatierung der Batterie und haben auf lange Sicht einen negativen Effekt auf deren Lebensdauer.

Ein üblicher Wert für die Ladeschlussspannung liegt bei 14 Volt, maximal 14,4 V, vereinzelt sind Batterien auch für höhere Werte bis 14,8 V freigegeben.

Batteriespannung

Kaltstart-/Anlasserstrom (CCA)

In Ampere (A) angegeben, beziffert der Kaltstartstrom (Cold Cranking Ampere, CCA) den Anlasserstrom einer Batterie bei minus 18 Grad. Während die Amperestunden (Ah) der Batteriespannung nur die Ausdauer beschreiben, gibt der CCA-Wert an, wie viel ‘Wumms’ der Batterie im entscheidenden Moment zur Verfügung stehen, um den Anlasser gegen die Kompression zu drehen.

Bei einem Austausch sollte der CCA der neuen Batterie auf keinen Fall unter jenem der alten liegen.

Es gibt den Trick, bei einer kalten Lithium-Batterie kurz das Licht anzuschalten, um sie durch den Stromfluss ‘aufzuwärmen’. Der Widerstand sinkt und sie kann beim eigentlichen Startversuch mehr Strom liefern.

Das stimmt, macht aber keinen Sinn, wenn die Batterie bereits angeschlagen ist. Ist sie ohnehin schon alt, schwach oder nur teilgeladen, verbrauchst du mit dem Licht genau die Amperestunden, die dir am Ende für den entscheidenden Dreh des Anlassers fehlen. Außerdem gilt der Tip nur für ältere H4-Scheinwerfer, LED-Lichter zeihen so wenig Strom, dass es kaum einen Aufwärmeffekt gibt.

Stattdessen geh’ auf Risiko: 

Mache einen kurzen den Startversuch (2–3 Sekunden), warte 30 Sekunden und versuch es nochmal. Der erste Versuch erwärmt die Batterie effektiver als jedes Standlicht. Beim zweiten oder dritten Mal hat sie dann oft den vollen ‘Wumms’.

FAQ

Darf ich eine Lithium-Batterie mit einem alten Ladegerät laden?

Nein! Alte Ladegeräte haben oft eine Desulfatierungs-Funktion (kurze Stromstöße mit hoher Spannung). Das zerstört das BMS (Battery Management System) einer Lithium-Batterie sofort. Nutze nur Ladegeräte mit speziellem Lithium-Modus.

Warum soll ich die Batterie im Winter ausbauen?

Zum einen wegen der Kälte, die chemische Prozesse verlangsamt und die Batterie Kapazität raubt, je länger sie unbeachtet im Bike verbleibt. Zum anderen aber auch wegen der im Stand laufenden Verbraucher wie Uhr, Wegfahrsperre und Steuergeräte. Sie ziehen minimal Strom, über Monate saugt das die beste Batterie leer.

Was bedeutet ‘wartungsfrei nach DIN’?

Das bedeutet nur, dass du kein Wasser nachfüllen kannst (und musst), weil das Gehäuse versiegelt ist. Laden und Pflegen musst du die Batterie trotzdem!

Kann ich die Batterie im verbauten Zustand laden?

Solange es keine Standard-Säurebatterie ist, die während des Ladens einen feinen Säurenebel bildet und ein gutes Ladeerhaltungsgerät (Tickle Charger) vorhanden ist. Aber Vorsicht: Manche billigen Geräte ‘trainieren’ die Batterie zu Tode, indem sie ständig Lade- und Entladezyklen simulieren. Ein gutes Gerät hält die Spannung einfach konstant auf dem ‘Float’-Niveau (ca. 13,2V bis 13,5V).

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