Schlupf (oder engl. Slip) bezeichnet die Abweichung der Geschwindigkeiten von Reifen (Umdrehungsgeschwindigkeit) und Fahrbahn (tatsächliche Fahrgeschwindigkeit), die miteinander über Reibung in Kontakt stehen. Gibst du beispielsweise Gas beim Anfahren, dreht sich das Rad ein Ticken schneller, als die tatsächliche Fahrgeschwindigkeit beträgt.

Angegeben wird Schlupf in Prozent. Beim Auskuppeln während der Fahrt rollt das Motorrad und die Umdrehungsgeschwindigkeit der Räder beträgt annähernd die tatsächliche Fahrgeschwindigkeit. Der Schlupf liegt in diesem Fall bei 0 %. Demgegenüber beträgt bei einem Burnout (Gasgeben bei angezogener Handbremse) die tatsächliche Geschwindigkeit 0 km/h, während die Umdrehungsgeschwindigkeit des Hinterrads sehr hoch ist. Der Schlupf beträgt in diesem Fall 100 %. 

Schlupfarten

Unterschieden wird der Schlupf in Beschleunigungs-, Brems- und Querschlupf. Beim Burnout handelt es sich um einen  Beschleunigungsschlupf, bei blockierenden Rädern (meist das Hinterrad) um einen Bremsschlupf  (weil das Rad still steht, das Motorrad sich aber immer noch fortbewegt).

Schlupfregulierung

Als grobe Richtlinie für einen erstrebenswerten Schlupf gelten um die 20 %. Hier hat der Reifen die maximale Bodenhaftung, die er sowohl bei einer Gefahrenbremsung (ohne ABS) als auch beim Anfahren auf schlüpfrigen Fahrbahnoberflächen oder bei zu viel Gas verlieren kann. Fahrassistenzsysteme wie  ABS (Antiblockiersystem) und –>  Antriebsschlupfregelung (ASR) greifen dann helfend ein, beim ABS durch Bremsdruckreduzierung auf Vorder- und Hinterrad, beim ASR durch Antriebsreduzierung am Hinterrad.

Bei beiden Systemen (ABS und ASR) messen Sensoren ständig die Raddrehzahlen, vergleichen sie miteinander und errechnen so den aktuellen Schlupf für jedes Rad zu jedem Zeitpunkt. Wird die kritische Grenze erreicht (Blockieren beim Bremsen, Durchrutschen beim Anfahren), greift der jeweilige Assistent ein. Beim ABS bedeutet dies eine Reduzierung des Bremsdrucks, wenn der Schlupf hoch, sowie eine Steigerung des Bremsdrucks, wenn er wieder abgefallen ist. Dies ist der Regelbereich des ABS, den du als Fahrer als Stottern der Bremse wahrnimmst. Bei der ASR ist das Prinzip ganz ähnlich. Die Unterschiede liegen darin, dass durch die –>  Traktionskontrolle zum einen nur das Hinterrad betroffen ist, und zum anderen in die Leistungsabgabe eingegriffen wird (weniger Antriebskraft, wenn der Schlupf ansteigt).

Querschlupf

Querschlupf kann auftreten, wenn du in Schräglage in der Kurve oder beim Herausbeschleunigen aus einer Kurve zu viel Gas gibst. Hierbei steigt der Schlupf an – bis zum Komplettverlust der Haftung mit anschließender Rutschpartei. Oder bis zu einem –>  Highsider, der ebenfalls eine mögliche Folge sein kann, wenn sich der Grip noch während des Rutschens wieder aufbaut, das Bike ruckartig aufrichtet und den Fahrer abschleudert. Eine Schlupfregelung wie –>  MSC kann hier zwar helfend eingreifen, gänzlich verhindern lassen sich Querschlupfunfälle aber nicht. Aber immerhin kann sich die Fahrerin mit weniger Risiko an die Haftungsgrenzen herantasten.

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