Über die Ventile gelangen beim Verbrennungsmotor auf der einen Seite das Luftgasgemisch in den Brennraum und auf der anderen Seite die Verbrennungsrückstände (samt Schadstoffe) in den Auspuffkrümmer.

Ventilsteuerung: Gesteuert werden die Öffnungs- und Schließzeiten der Ventile in Abhängigkeit von der Stellung der Kurbelwelle üblicherweise über Steuerketten. Hierbei werden sie von Nockenwellen direkt oder via Schlepp- oder Kipphebel oder einem Tassenstößel geöffnet und von starken Federn wieder geschlossen und geschlossen gehalten.

Steuerkette: Gebaut als Rollen- oder Zahnkette treibt die Steuerkette von der Kurbelwelle ausgehend die Nockenwelle zur Steuerung der Ventile an. Ein relativ langlebiger Spannmechanismus sorgt hierbei für eine straffe Kettenführung. Verschleißt der Kettenspanner, muss er nachjustiert oder ausgetauscht werden. Nachteilig ist ebenso ein Verschleiß der Kette selbst, die sich wie Antriebsketten mit der Zeit längt und dadurch die Steuerzeiten ändert.

Königswelle: Nockenwellenantrieb über zwei Kegelradpaare an Kurbel- und Nockenwelle. Hierbei treibt die Kurbelwelle über eine Umlenkung von 90 Grad durch das erste Kegelradpaar die Königswelle und diese über das zweite Paar und ebenfalls einer Umlenkung von 90 Grad die Nockenwelle an.

Kein Motorradmotor, aber das Prinzip stimmt: Zylinderkopf mit Nockenwellen, Kipphebel, Ventile und Ventilfedern. Foto: (C)  LEEROY Agency

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Desmodromik

Ventilsteuerung, bei der Ein- wie Auslassventile ohne Federn über Nocken und Hebel direkt von der Nockenwelle geöffnet und geschlossen werden. Die Technik ist eher im Rennsport verbreitet, unter anderem, weil das Ventilspiel sehr viel genauer eingestellt werden kann.

Desmoquattro

Von Ducati verwendete, aufwändige Form der desmodromischen Ventilsteuerung für Straßenmaschinen, die ebenso aufwändigen (und teuren) Wartungsaufwand nach sich zieht. Hier schließt ein zusätzlicher Kipphebel über eine eigene Nocke das Ventil.