Ja, BAM, ne? Die Zündung sorgt dafür, dass das in den Brennraum eingeleitete Luftgasgemisch explodiert und den Motor am Laufen hält. Zu diesem Zweck werden die 12V der Batterie auf bis zu 30.000V hochtransformiert.

Vom Polrad der Lichtmaschine angesprochen, vermittelt hierbei der Zündimpulsgeber (Pickup) im richtigen Moment ein Steuersignal an die Zündbox, die daraus den Zündzeitpunkt ermittelt und den Zündfunken freigibt.

Der Funke kommt übrigens nicht exakt beim Grad der höchsten Komprimierung, sondern kurz vor dem oberen Totpunkt (OT). Dieser Zündverzug ist notwendig, da das Gemisch Zeit zum Durchbrennen benötigt. Bei höheren Drehzahlen muss die Zündung noch früher erfolgen (Frühzündung). Das erklärt, warum alte Motoren Fliehkraftversteller hatten und moderne Motoren Kennfelder in der CDI/ECU nutzen.

Beispielzeichnung Zündsystem am Motorrad

Kerzengesichter

Unter dem Zündkerzengesicht versteht man den farblichen Zustand der Elektroden am oberen Ende der Kerze. Im Wesentlichen lassen sich drei verschiedene Verbrennungsstufen erkennen und daraus Diagnoseformeln ableiten:

  • Rehbraun: Der Idealzustand. Ist das Kerzengesicht rehbraun stimmt die Mischung des Luftgasgemisches.
  • Verrußt: Macht die Kerze einen schwarz-öligen oder dunkel-verrußten Eindruck, erhält der Motor zu viel Sprit und zu wenig Luft. Hinweis: Verölte Kerzen weisen auch auf Verschleißprobleme bei Kolben oder Ventile hin.
  • Hellgrau bis weiß: Je heller der Kerzenkopf, desto mehr Luft ist im Gemisch enthalten. Dies kann auf Falschluft zurückzuführen sein (bspw. durch defekte Ansaugstutzen) oder auf eine falsche Vergasereinstellung.

Doppelzündung

Bei der Doppelzündung arbeiten zwei Zündkerzen pro Zylinder, je nach Motor zeitversetzt oder gleichzeitig. Ziel ist, eine effizientere Verbrennung, höhere Leistung und einen besseren Wirkungsgrad zu erreichen – dafür steigt der Wartungsaufwand.

Luftgasgemisch

Das Luftgasgemisch besteht, wie der Name bereits sagt, aus Luft und dem gasförmigen Brennstoff, also Benzin. Bei der inneren Gemischbildung werden beide Komponenten direkt dem Brennraum zugeführt, bei der äußeren erfolgt sie vor dem Brennraum im Vergaser.

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Einspritzung

Bei der Einspritzanlage wird das Luftgasgemisch durch Einspritzdüsen aktiv (direkt oder über einen Einlasskanal) in den Brennraum eingeführt. Als Vorteil zu Vergasern, die das Gemisch passiv durch den Saugeffekt des Motors in den Brennraum entlassen, wird die genauere Steuerung angeführt (die durch strengere Emissionsvorschriften notwendig ist). Weitere Vorteile sind der geringere Benzinverbrauch, ein besserer Warmlauf und der geringere Wartungsaufwand.

Vergaser

Der Vergaser ist eine Vorrichtung zur Luftgasgemischbildung. Einfließendes Benzin wird zerstäubt und über Düsen dem Brennraum zugeführt. Verfügbar als Einzelgerät (bei Einzylindern) oder Mehrfachbatterie bei Mehrzylinder-Bikes.

Reguliert wird die Luftzufuhr, die ihrerseits die Motorleistung bestimmt, je nach Bauart durch Drosselklappen bzw. Rund- oder Flachschiebern. Mit Rundschiebern versehene Vergaser produzieren in der Regel mehr Drehmoment, während sich mit Flachschiebern eher eine höhere Spitzenleistung realisieren lässt. Bei Letzteren lässt sich darüber hinaus das Verhältnis von Drehmoment zu Spitzenleistung variieren: Je höher der Vergaserdurchmesser ausfällt, desto kleiner wird das Drehmoment und desto größer die Spitzenleistung – und umgekehrt, je kleiner der Vergaserdurchmesser ausfällt, desto stärker ausgeprägt wird das Drehmoment sein und desto geringer die Spitzenleistung.

Vergaserbatterie

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen einer CDI und einer TCI Zündung?

Die CDI (Hochspannungskondensatorzündung) speichert Energie in einem Kondensator und entlädt sie schlagartig. Sie funktioniert oft auch ohne Batterie. Die TCI (Transistorzündung) ist heute Standard, arbeitet mit Batteriespannung und kann die Funkendauer besser steuern, was für die Abgaswerte wichtig ist.

arum springt mein Motorrad bei Regen schlecht an?

Das liegt oft an porösen Zündkabeln oder undichten Zündkerzensteckern. Die hohe Spannung sucht sich bei Feuchtigkeit den Weg des geringsten Widerstands gegen Masse (den Motorblock), statt den Funken an der Kerze zu schlagen.

Was macht der Unterbrecherkontakt bei alten Motorrädern?

Er fungiert als mechanischer Schalter. Wenn er öffnet, bricht das Magnetfeld in der Zündspule zusammen, was den Hochspannungsimpuls für die Kerze auslöst. Er muss regelmäßig gereinigt und auf den richtigen Abstand (Kontaktabstand) eingestellt werden.

Kann eine defekte Zündung den Motor zerstören?

Ja. Eine extreme Frühzündung kann zu ‘Klopfen’ oder ‘Klingeln’ führen, was Löcher in den Kolben brennen kann. Eine zu späte Zündung führt zu Leistungsverlust und Überhitzung der Auslassventile.

Woran erkenne ich eine defekte Zündspule?

Typisch sind Zündaussetzer, die erst auftreten, wenn der Motor warm gefahren ist (Wärmeausdehnung verursacht Haarrisse in der Wicklung). Der Funke wirkt dann oft schwach und gelblich statt kräftig blau.

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