Batterieladegerät, Motorrad, Motorräder

Es gibt Gesetze im Leben, denen kann man einfach nicht entkommen: das Brot fällt garantiert auf die Marmeladenseite, der USB-Stecker kommt immer anders rum rein, deine Warteschlange an der Kasse ist ganz sicher die langsamste ever und die Motorradbatterie fällt mit größter Wahrscheinlichkeit exakt dann aus, wenn man so gar nicht damit rechnet. Oder gerade deswegen. Wer weiß das schon?

Ergo: Wir alle haben wahrscheinlich mindestens einen persönlichen unsichtbaren Feind, der Brote und USB-Buchsen drehen kann, Kassierer einlullt und sogar Strom aus Batterien lutscht. Das ist übel, aber man kann dran drehen, als Erstes am besten mit einem Batterieladegerät. Gut, damit kriegst du die Marmelade nicht zurück aufs Brot, aber, hey, eins von vier ist ein guter Anfang.

Was musst du beim Kauf beachten?

Batterieladegeräte für Motorräder gibt es in verschiedenen Ausführungen, wobei die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale den Typ der verbauten Batterie und deren Kapazität betreffen.

Motorräder arbeiten üblicherweise mit einfachen Blei/Säurebatterien, Gelbatterien, AGM-Batterien oder Lithium-Ionen-Akkus. Allesamt bringen sie unterschiedliche Voraussetzungen für Betrieb und Ladevorgang mit, so dass ein Gerät direkt auf den jeweils verwendeten Batterietyp zugeschnitten sein sollte. Dies kann exklusiv sein, dann ist es für andere Typen nicht zu gebrauchen, oder aber übergreifend kompatibel, dann werden unterschiedliche Typen und Ladespannungen unterstützt (idealerweise mit automatischer Erkennung und Umschaltung). Generell gilt auf jeden Fall, dass Gel- und Blei/Säure-Batterien spezielle Ladegeräte benötigen, während Lithium-Ionen-Akkus mit quasi jedem modernen Ladegerät kompatibel sind – solange es nur ausdrücklich als zugelassen ausgewiesen ist.

Für dich bedeutet das: Bringe 1) in Erfahrung, welcher Typ Batterie in deinem Bike verbaut ist und 2), über welche Amperestunden (Ah) das Teil verfügt (ist aufgedruckt). Dein Ladegerät sollte dann mindestens mit diesen beiden Eckwerten übereinstimmen.

Der weitere Funktionsumfang neben der einfachen Aufladung hängt dann von der Höhe des Preises ab, den du gewillt bist, zu bezahlen:

  • Erhaltungsfunktion: Ladegeräte mit Erhaltungsfunktion eignen sich, Batterien über längere Fahrpausen konstant geladen zu halten. Dies trifft bei Pausen über sechs Wochen zu und ganz besonders bei Stilllegungen über die Wintermonate, in denen tiefe Temperaturen einer Batterie zusätzlich zusetzen. (Ältere Akkus und im Stand arbeitende Stromfresser wie Uhren und Alarmanlagen können das Anschließen noch früher als alle sechs Wochen erfordern.)
  • Intelligenz: OK, ‚Intelligenz‘ ist ein weiter Begriff und wird umso inflationärer benutzt, je weniger der Zustand, den er beschreiben soll, auch tatsächlich anzutreffen ist (ähnlich ‚Vernunft‘ ‚Qualitätsjournalismus‘ … etc.), aber hier wie dort handelt es sich halt um Marketing und sollte nicht überbewertet werden. Sinnvolle und brauchbare ‚Intelligenz‘ bei Ladegeräten beschränkt sich deshalb darauf, den angeschlossenen Batterietyp zu erkennen (siehe oben), den Ladebetrieb zu überwachen und anzupassen sowie bei drohender Überladung, einem Kurzschluss oder bei Verpolung abzuschalten.
  • Revitalisierung/Rekonditionierung: Ist eine Batterie tiefentladen, stand also so lange rum, dass die Sulfatierung jedes Quentchen gespeicherte Energie rausquetschen konnte, reicht ein normaler Ladevorgang nicht, den Akku wieder aufzuladen. Nicht einmal, wenn das gute Stück über Nacht an den Tropf gehängt wird. Revitalisierung heißt dann das Zauberwort, das mittels spezieller Lademodi auch eigentlich tote Batterien wieder ins Leben zurückholen kann.

Was kannst du vernachlässigen?

  • Kompakte Bauweise: Die meiste Zeit wirst du ein Ladegerät zuhause verwenden, so dass hohe Geldausgaben für möglichst kompakte Geräte im Prinzip unsinnig sind. Stirbt eine Batterie bei einer größeren Tour in der Pampa, wird meist weit und breit keine Stromquelle zur Verfügung stehen. OK, es gibt Ladegeräte mit Anschlüssen für Zigarettenanzünder, aber versuche mal, einen des Weges kommenden Autofahrer dazu zu bringen, deine Batterie aufzuladen und dabei selbst liegenzubleiben – weil sich die eigene Batterie leert oder der Sprit aufgebraucht ist … Der Mehraufwand an Kosten für ein kleines Ladegerät sollte deshalb besser in einer neuen Batterie, einem Jumpstarter (Powerbank) oder einem Starthilfekabel investiert werden. Denn läuft der Bock erst wieder, lädt sich auch die Batterie auf (es sei denn, der Ladestrom ist unterbrochen, aber dann hast du ein anderes Problem).
  • Diagnoselämpchen: Diagnose-LEDs bieten meist nicht mehr Informationen, als dir zu sagen, dass deine Batterie randvoll, halb leer oder tot ist. Das schafft auch das Armaturendisplay über die Voltanzeige – und fehlt sie, kannst du dir alles davon selbst denken: Ist die Batterie voll, dreht der Motor schnell und kraftvoll durch, ist sie halb leer, dreht er sich nur noch müde bis gar nicht und die Lichter glimmen beim Starten ab. Ist sie leer, naja, echt jetzt, da gibt’s keine Antwort drauf.
  • Schnellladung: Ja, kann man vielleicht brauchen, wenn ein wichtiger Termin ansteht. Leider ist aber nicht sicher geklärt, ob die für die Schnellladung notwendige steile Spannungskurve der Lebensdauer einer Batterie nicht eher abträglich ist (weil die Zellen durch Schnellladungen ihre Maximalkapazität deutlich früher als üblich erreichen). Alternativ lade nur so weit auf, dass der Motor wieder startet und überlasse den Rest der Lichtmaschine.

FAQ

Gibt es Empfehlungen für Motorrad-Ladegeräte?

Bestimmt, inwiefern die im Netz gefundenen Preistipps aber profitorientiert sind, weil die Empfehlenden Provisionen erhalten, lässt sich schlecht einschätzen. Oft gefallene Namen wie  Gys Gysflash 6.12, CTEK CT5 Powersport und Bosch C3  sind zumindest ein erster Anhaltspunkt; weitere liefern Verbrauchertests wie unter anderem bei Motorrad Online und AUTO BILD.

Von welchen Preisen reden wir?

Die Preise für Motorrad-Batterieladegeräte variieren je nach Marke und Funktionen. Ein gutes Ladegerät kann zwischen 50.- und 150.- Euro kosten, während eBay auch Varianten kennt, die bereits für unter 20.- Euro zu bekommen sind. Ob man denen eine teure Batterie oder gar noch eine im Bike verbaute anvertrauen möchte, ist aus Sicherheitsgründen allerdings eine andere Frage.

Muss ich meine Batterie prinzipiell und immer vollständig aufladen?

Nicht zwingend. Oft reicht es, die Startfähigkeit des Motors wiederherzustellen und gut ist. Allerdings sollte man dann genügend Kilometer fahren, um den Akku vollständig zu laden. Achte hierbei darauf, dass genügend Drehzahl anliegt, da die Batterie bei niedrigen Drehzahlen nicht geladen wird, sondern im Gegenteil zum Erhalt des Bordnetzes beiträgt. Die Lichtmaschine benötigt höhere Drehzahlen, um genügend Strom zu liefern, der sowohl das Bordnetz versorgt als auch die Batterie auflädt.

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