Wertverlust Motorrad

Die leidigste Sache, die uns alle heimsucht, wenn wir neue Sachen anschaffen, liegt darin, dass sie nicht lange neu bleiben. Weder der MP3-Player im Auto, das Auto selbst, Wohnzimmer-Sofas, Atomkraftwerke, nicht mal das knackige Mohnbrot vom Bäcker um die Ecke.

Gut, manche verkonsumiert man schnell genug, dass es kaum auffällt. Wie das Mohnbrot, mit dem man zwar nach Hause rasen muss, weil es mit jeder Minute pappiger wird, aber das ist immerhin machbar. Nicht so andere Dinge. Motorräder beispielsweise. Ein paar Monate zehrt man/frau von dem guten Gefühl, das einen ergreift, wenn man das nigelnagelneue Bike beim Händler abholt, eine Ehrenrunde durch die Stadt dreht und vor der eigenen Haustür parkt. Stolz wie Bolle. Alles Glanz, alles Funkel, alles affengeil. Dann aber geleiten dich ein paar Regenfahrten in die Realität und du musst erkennen, dass das gute Stück jede Art von Schmodder irgendwie anzieht. Und das Drama beginnt: Wertverlust.

Wie entsteht Wertverlust?

Im Wesentlichen bestimmen fünf Faktoren den Wertverlust eines Motorrads, wobei du auf eine naturbedingt keinerlei Einfluss besitzt: die Zeit. Der Wertverlust deines Bikes beginnt tatsächlich just in dem Moment, in dem du deine Unterschrift unter den Kaufvertrag setzt. Zwar verlangsamt er sich nach dem ersten Schreck Jahr für Jahr, zumindest im ersten Jahrzehnt, stoppt aber erst wirklich, wenn das Fahrzeug mit 30 Jahren auf dem Buckel den Oldtimerstatus erwirbt. Bis dahin kannst du mit 15 bis 20 % Verlust im ersten bzw. bis zu 40 % in den ersten drei Jahren nach Neukauf und dann kontinuierlich mit weiteren 5 bis 10 % Verlust pro Jahr rechnen. Immerhin: Ab einem Fahrzeugalter von 10 Jahren verringern sich die Verkaufspreise für ein weiteres Jahrzehnt relativ wenig von Saison zu Saison, aber leider ist dann ein großer Batzen des ursprünglichen Werts bereits weg. Im letzten Jahrzehnt vor dem Leben als Oldtimer verharren die Wiederverkaufspreise schließlich meist auf niedrigem Niveau.

Die anderen Faktoren sind:

  • Marke: Der Wertverlust bei beliebten Marken wie BMW, Ducati, Harley Davidson und KTM ist prinzipiell geringer als der von weniger begehrten wie bspw. relativ unbekannten chinesischen. Wobei dies im Übrigen keine Aussage über die Qualität der verbauten Komponenten erlauben sollte, da auch im Motorradmarkt nicht selten die Statuskraft einer Marke einen entscheidenderen Kaufimpuls setzt als die Wertigkeit an sich.
  • Kilometerleistung: Unabhängig vom Alter eines Motorrads gilt: Je weniger Kilometer es bislang gefahren wurde, desto höher der Marktwert.
  • Ausstattung und Extras: Sonderausstattungen und Extras können den Wert eines Motorrads steigern – müssen aber nicht zwangsläufig. Nicht jede Sonderlackierung oder hochwertige Auspuffanlage trifft auf allgemeine Zustimmung, ebenso hohe Lenker oder modifizierte Sitze, während Anbauten wie Griffheizungen durchaus breite Akzeptanz hervorrufen, zumindest in nördlichen Regionen. Generell gilt: Verbaute Motorräder spiegeln zwar die Präferenzen des Noch-Besitzers wider, können aber der Alptraum eines Kaufinteressenten sein. In der Regel empfiehlt sich, die Originalteile zu lagern und vor dem Verkauf wieder anzubauen oder zumindest als Beigabe anzubieten.
  • Pflege: Der Begriff Motorradpflege steht für alle Arbeiten, die ein Besitzer in den Werterhalt seines Bikes investiert hat, und bildet in Summe das stärkste Gegengewicht zum Wertverlust durch Zeit und Marktschwankungen. Je intensiver sie ausfällt, desto stärker der positive Effekt. Gut gewartete und umfassend pfleglich behandelte Motorräder erzielen wenig überraschend schlicht höhere Wiederverkaufspreise als vernachlässigte.

Gegenhalten

Kurz: Hält man dem Verfall gegen und leistet Widerstand, wird man nicht so viel Geld verlieren. Ein Motorrad zu besitzen, verlangt folglich auch nach der Anschaffung weitere Investitionen. Wer es sich leisten kann, macht dies mit Geld, indem er oder sie Werkstätten beauftragt und Biff das Putzen überlässt, alle anderen strengen sich selbst an:

  • Pflege: Zur Pflege eines Motorrads gehören unter anderem die regelmäßige Korrosionsvorbeugung wie die Trocknung nach Regen- und das Waschen nach Winterfahrten sowie das generelle Sauberhalten und die Lackpflege. Eine Rolle spielt dabei auch der Stellplatz im Sommer (Laterne oder Garage) und die Unterbringung beim Überwintern.
  • Wartung: Zur Wartung gehören die terminlich festgelegten  Ausführungen der Inspektionen, weitere regelmäßige Sichtkontrollen und der zeitige Austausch von Verschleißteilen wie unter anderem Öl, Luftfilter, Kerzen, Kette/Zahnriemen und Reifen.
  • Reparatur: Defekte Bauteile sollten zügig ausgewechselt werden, sicherheitsrelevante sowieso. Dies gilt auch für Kratzer nach Umfallern oder anderen Pechvogel-Aktionen, damit sie keine Folgeschäden nach sich ziehen.
  • Sonstiges: Sorge prinzipiell für eine saubere und belegte Fahrzeughistorie, die auch geringfügige Unfälle wie Rutscher auf glatten Fahrbahnen enthält. Solche Minuserlebnisse können den Wertverlust zwar nach oben treiben, die vertrauensbildende Erwähnung beim Verkauf sorgt aber für Pluspunkte, die sich ausgleichend günstig auf den Verkaufspreis auswirken können.

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